Review zur Rom-Com "Finding Emily"

Wobei das mit dem übergriffigen Verhalten vielleicht noch so eine Sache wäre. “Finding Emily” handelt von einem 22-jährigen Schluffi namens Owen (Spike Fearn), der in dem Club, in dem er arbeitet, die Bekanntschaft einer wundervollen Emily macht – und sie dringend wiedersehen muss. Das Problem: Der Telefonnummer, die sie ihm gegeben hat, fehlt eine Ziffer, und alle studentischen Emilys in Manchester abzuklappern, würde ewig dauern. Und trotzdem ist das genau die Idee einer zweiten Emily (Angourie Rice), die mit Eifer Psychologie studiert und die Chance wittert, auf dem Rücken von Owen ihr “eigenes Stanford-Prison-Experiment” durchzuführen.
Finding Emily | Rom-Com
Regie: Alicia McDonald
Mit: Angourie Rice, Spike Fearn
Universal, 111 Minuten
ab dem 10.09. im Kino
Dieses etwas unrealistische Setup muss man vielleicht noch schlucken, danach aber ist “Finding Emily” ein ziemliches Vergnügen, weil der Film gekonnt mit den Genre-Klischees spielt und sich dabei immer wieder entscheidet, die schlechten Ideen einfach nicht mitzumachen. Das ist sicherlich auch auf die britische Provenienz zurückzuführen. Owen und die allermeisten Emilys sind wiedererkennbare Persönlichkeiten mit wiedererkennbaren Gefühlen, denen man tatsächlich die Daumen drückt und die man nicht permanent ohrfeigen möchte. Allein die Tatsache, dass Owens prekäre Verhältnisse nicht ausgeblendet werden, sorgt für einen wohltuenden Realitätscheck, der auch zynische Kinokunden daran erinnert, dass sich Liebe echt anfühlen muss und nicht einfach nur grell inszeniert werden sollte.
9 / 12Der Beitrag Liebe, aber in echt erschien zuerst auf VISIONS.de.


